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International Law
: Handakte WebLAWgDie unbekannte Scharia
By Handakte
Die Scharia ist kein Leitfaden für Unterdrückung, Diskriminierung und Verfolgung anders Denkender. Das wissen nur die meisten Menschen im Westen nicht. Ein neues Buch klärt jetzt über das islamische Recht auf.
Amputation und Steinigung als Strafe, die Verfolgung Andersdenkender, die Unterdrückung von Mädchen und Frauen mit diesen mittelalterlich anmutende Praktiken assoziieren viele Menschen im Westen die Begriffe “islamisches Recht” oder “Scharia“. Dass auf dem islamischen Recht eine weltumspannende Zivilisation begründet wurde, ist dagegen wenig präsent, ebenso wie die Tatsache, dass das islamische Recht historisch immer auch von Meinungsvielfalt und der Interaktion mit nichtreligiösen Wertesystemen geprägt war.
Dementsprechend groß ist gegenwärtig das Spektrum der Kräfte, die dem islamischen Recht mehr Geltung verschaffen wollen. Es reicht von extremistischen und rückschrittlichen Bewegungen wie den Taliban, über islamistische Parteien bis hin zu liberal-religiösen Feministinnen, die in den islamischen Gesetzestexten nach Anhaltspunkten suchen, um rechtliche Verbesserungen für Frauen zu erreichen.
Bei all dem gehe manches durcheinander. “Der Begriff ‘Scharia’ wird auch von Muslimen oft unpräzise benutzt”, stellt der Erlanger Jurist und Islamwissenschaftler Mathias Rohe fest. “Die enge, traditionelle Interpretation setzt die Scharia mit Körperstrafen und Diskriminierung von Frauen gleich. Der andere, sehr weit gefasste Begriff definiert sie als die religiösen Grundregeln des Islams, das heißt: Beten, Fasten, Wallfahrt.” Aber weder das eine noch das andere treffe die Sache im Kern, meint Rohe. “Wenn man wirklich erfassen will, was die Scharia ist, muss man die historische Dimension des islamischen Rechts berücksichtigen.” (…)
Quelle: DW-World vom 10.05.2009
Full post as published by Handakte WebLAWg on May 10, 2009 (boomark / email).

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