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: Handakte WebLAWg

Die Stunde der Juristen

By Handakte

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War es ein Blitz, wie vorschnell von Air France vermutet? Lag es am Unwetter, an technischen Mängeln des Airbus A330, an Fehlern der Piloten, oder kamen, wie so oft, mehrere Faktoren zusammen? Das Ende von Air-France-Flug 447 ist noch mysteriöser, als Flugzeugunglücke es sonst schon sind. Vielleicht wird sich niemals klären, warum die Maschine am Pfingstmontag in den Atlantik stürzte.

Die Behörden können auf das Ergebnis nicht warten. Sie werden den bisherigen Erfahrungen nach innerhalb von vier bis sechs Wochen alle 228 Insassen für tot erklären, darunter wohl auch 28 Deutsche. Dann beginnt die Arbeit der Juristen. Sie werden eine Frage klären müssen, die jetzt, unter dem Eindruck der Tragödie, noch kleinlich und makaber klingt: Wie viel Geld steht den Angehörigen der Passagiere zu?

Aus den vergangenen Jahren gibt es zwei wichtige Vergleichsfälle, in denen jedoch ganz unterschiedlich verfahren wurde: den Absturz einer Boeing 757 der türkischen Chartergesellschaft Birgenair, bei dem am 6. Februar 1996 vor der Küste der Dominikanischen Republik alle 189 Insassen starben, überwiegend deutsche Urlauber. Und den Unfall einer Concorde der Air France, der am 25. Juli 2000 in Paris zum Tod aller 109 Menschen an Bord führte, darunter 96 Deutsche. Im ersten Fall wurden die meisten Hinterbliebenen mit 28.000 Euro oder weniger abgefunden. Im zweiten erhielten manche von ihnen mehr als eine Million.

Zur Zeit beider Katastrophen war die Rechtsgrundlage noch das veraltete Warschauer Abkommen von 1929; und zumindest im einen Fall, dem von Birgenair, wurde strikt danach entschieden: Da der Fluggesellschaft keine Fehler nachgewiesen werden konnten, blieb die Haftungspflicht sehr gering. Heute gilt das im Jahr 2001 ratifizierte Montrealer Übereinkommen, das von über 50 Staaten unterzeichnet wurde. (…)

Quelle: ZEIT vom 10.06.2009

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Die Stunde der Juristen

 

Full post as published by Handakte WebLAWg on June 10, 2009 (boomark / email).

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