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: jurabilis - German bLAWg from Berlin.Der "gute Geisterschreiber"
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Die anderen, die Faulen, nennt Scherer auch "die Titelgeilen". "Denen geht es nur um das Kürzel vor dem Namen, der Rest interessiert sie nicht", sagt er. Von denen hätte sich bisher auch noch nie jemand bei ihm für die Arbeit bedankt. Scherer liefert und hört nichts mehr von ihnen. Vielleicht liegt es daran, dass er der einzige Zeuge ihres Selbstbetrugs ist.[Berliner Zeitung vom 24.05.2008]
Die Anfragen werden jetzt auch immer dreister. Einmal hat ihn ein Student angerufen und gefragt, ob Scherer nicht an seiner Stelle eine schriftliche Prüfung in der Universität ablegen könnte. Ein anderer hatte ein Funkgerät entwickelt, mit dem man aus der Ferne die richtigen Antworten soufflieren kann. Solche Sachen lehnt Andreas Scherer ab. Er will nicht betrügen.
Scherer weiß, dass es andere in der Branche gibt, die da nicht so zimperlich sind. Manche Ghostwriter würden ganz offen damit werben, den Kunden mit Komplettpaketen zu akademischen Titeln zu verhelfen. Das findet er unseriös. Außerdem sei die Qualität dieser Arbeiten oft ziemlich schlecht. Es gebe sogar Kollegen, die Teile von bereits geschriebenen wissenschaftlichen Arbeiten einfach nur zusammenkopieren. Scherer spricht von Berufsethik, von Moral und sauberer Arbeit. Er will ein guter Geisterschreiber sein.
Manchen Ghostwritern ist auch gar nichts peinlich. Diese selbstgerechte Haltung führt dann zu absurden Selbstschutzmechanismen:
Deshalb bekommt, wer Scherer offen nach einer Doktorarbeit fragt, eine Absage. Wer aber eine wissenschaftliche Abhandlung auf Dissertationsniveau bestellt, wird bedient.Die letzte Verteidigungslinie schließlich:
Scherers Kunden müssen unterschreiben, dass sie seine Texte nicht als eigene Prüfungsleistung ausgeben. Er weiß, dass sie es trotzdem tun, aber das ist dann nicht mehr sein Problem.
Full post as published by jurabilis - German bLAWg from Berlin. on January 25, 2010 (boomark / email).
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