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International Law

: Handakte WebLAWg

?Systematisches Doping perfektioniert?

By Handakte

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Nun ist es offiziell: Während elf Jahren ? von 1995 bis 2006 ? war die Universitätsklinik Freiburg i. Br. die Doping-Andockstation einiger Spitzenfahrer des deutschen Radsportteams Telekom. Der 63 Seiten umfassende Abschlussbericht einer dreiköpfigen Expertenkommission erhellt kriminelle Praktiken im grossen Stil.

In der renommierten Institution wurden Athleten hemmungslos gedopt. Insgesamt 77 Personen, unter ihnen ein Dutzend Fahrer, hatten die Kommissionsmitglieder als Zeugen vernommen ? eine Arbeit, die sich angesichts des umfangreichen Werks gelohnt hat. 3 Radprofis waren der Einladung zur Anhörung nicht gefolgt: Jan Ullrich, der Tour-Sieger von 1997, Andreas Klöden und Udo Bölts.

Selten ist Schweigen vielsagender gewesen. Vor allem der heutige Astana-Fahrer Andreas Klöden wird schwer belastet: Deutschlands gegenwärtig bester Rundfahrer, der zweimal an der Tour de France den zweiten Rang belegte, hat zwar jegliche Beteiligung am Dopingsystem geleugnet. Er wird seine Rolle nun aber nicht mehr herunterspielen können. Klöden und sein damaliger Teamkollege Matthias Kessler sind gemäss dem Papier unmittelbar vor dem Tour-Start 2006 nach Freiburg gefahren, um sich dort einer Doping-Behandlung mit Eigenblut zu unterziehen. Der Kommissionsvorsitzende Hans-Joachim Schäfer bekräftigte, dass Belege für solche Praktiken «in den Räumen der Sportmedizin» vorlägen.

Skrupel kannten die Ärzte Lothar Heinrich und Andreas Schmid offenbar nicht: Der im Gegensatz zu Ullrich und Klöden geständige Radprofi Patrik Sinkewitz war sogar einmal in Lebensgefahr geraten, als Schmid ihm eine mit Bakterien verunreinigte Blutkonserve verabreichte. (…)

Quelle: NZZ vom 14.05.2009

 

Full post as published by Handakte WebLAWg on May 14, 2009 (boomark / email).

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