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International Law
: Handakte WebLAWgEine Art von Todessehnsucht
By Handakte
?Endlich!?, dachte Richard, als er im Sommer 2006 erfuhr, dass er sich mit HIV angesteckt hatte. ?Ich war froh, erleichtert, glücklich, euphorisch?, erinnert er sich an den Moment nach der Diagnose. Jahrelang hatte er russisches Roulett gespielt, bewusst versucht, sich anzustecken. Er schlief ohne Kondom mit Männern, die er flüchtig über das Internet kannte. Von denen er wusste, dass sie positiv waren. Von denen er hoffte, dass sie ihm das Virus geben würden. Er tat es erst aus Fatalismus und weil die Todesgefahr reizte. Und schließlich aus unendlicher Liebe.
?Bug chaser? nennen sich Suchende wie Richard (Name geändert), die sich absichtlich mit HIV infizieren wollen. ?The gift?, das Geschenk, heißt das Virus in der Szene zynisch ? und wer es absichtlich weitergibt, adelt sich zum ?gift giver?. In Deutschland nennen sich diese Leute auch ?Pozzer? von ?pozzen? ? jemanden ?positiv machen?. Eine bizarre Sprache hat sich da in einer Nische innerhalb der Schwulenszene entwickelt, von der umstritten ist, ob sie groß genug ist, um überhaupt als Szene zu gelten: Es gibt kaum belastbare Statistiken, obwohl sich Sexualforscher und Soziologen damit beschäftigen. Nur in einem sind sie sich einig: Das Phänomen existiert ? und mit dem Internet breitete es sich aus. (…)
Quelle: FAZ vom 18.04.2009
Full post as published by Handakte WebLAWg on April 18, 2009 (boomark / email).

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