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: jurabilis - German bLAWg from Berlin.Die Nase voll
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Mit einer bemerkenswerten Offenheit äußert sich Prof. Dr. Thomas Hoeren im Beck-Blog über den absonderlichen offenen Brief der Musikindustrie an die Bundeskanzlerin.Ich habe langsam die Nase von den Frechheiten der Musikindustrie voll. Undifferenziert wird auf Nutzer und TK-Industrie eingeschlagen. Falsche Zahlen (70% der TK-Nutzung seien illegaler P2P-Verkehr) werden kombiniert mit schrägen Vergleichen gerade mit dem Zensurland China und dubiose Zitate just von Mark Getty (”Geistiges Eigentum sei das Öl des 21. Jahrhunderts”). Die eigenen Haussklaven werden als Unterzeichner vorgeschickt und instrumentalisiert, statt sich mal zu fragen, ob man nicht als Musikindustrie angemessene Salärs an Kreative zahlt. Jede differenzierte Auseinandersetzung fehlt: Hat nicht der Gewinneinbruch in der Musikindustrie noch andere Gründe als P2P? Kann die TK-Industrie überhaupt effektiv den Zugang zu Websites sperren? Ist nicht Urheberrecht geprägt durch eine komplexe Suche nach einem Gleichgewicht zwischen schützenswerten Urheber-, Verwerter- und Nutzerinteressen?Dem ist im Grunde nichts hinzuzufügen - außer vielleicht: Die massenweise Ausnutzung deutscher Staatsanwaltschaften scheint langsam, aber dafür stetig, zu bröckeln. Wer die Unterschriften von Til Schweiger und Tokio Hotel benötigt, dem gehen die echten Waffen langsam aus.
Man will in der Musikindustrie nicht differenziert denken. Man will schlagen, hauen, klotzen. Dualismus ist eben besser verkäuflich als differenzierte Prüfung und Gespräche.
Full post as published by jurabilis - German bLAWg from Berlin. on April 29, 2008 (boomark / email).
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