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International Law

: Netbib

Bitte nicht

By Axel Schaper

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In der vergangenen Woche wurde das Manifest der Vielen publiziert und im Maxim Gorki Theater in Berlin präsentiert. Es ist eine Wortmeldung derjenigen, die Gegenstand der brüskierenden, diffamierenden, ausgrenzenden, offen rassistischen Debatte um das Buch von Sarrazin sind. Zu den Beiträgern des Manifests gehören Journalistinnen wie Sezgin und Forudastan, denen deutsche Tages- und Wochenzeitungen offenstehen – und die doch nur ihre Einsamkeit bekennen können. Ferdos Forudastan, deren Artikel ich wohl mehr als ein Vierteljahrhundert lese, die ich als Moderatorin von Podiumsdiskussionen erlebt habe. Souverän geleitet. Auf Deutsch. Mit ebenso höflichen wie bestimmten Nachfragen – deren Maßstab nicht der Koran ist.

Eine der Bibliotheken, die den Sarrazin angeschafft hat, ist die Stadtbibliothek Duisburg. (Duisburg. Bitte nicht Duisburg. Hier ist ein Ruf zu verlieren.) Ihr Leiter, Barbian, ist Autor eines der von mir meist geschätzten Bücher ‘Literaturpolitik im NS-Staat’ (früher: … im “Dritten Reich”). Die folgende Frage richtet sich nicht an die bibliothekarische Obrigkeit; es ist eine an eine fachlich versierte Person: das Buch von dem Sarrazin, das sich in Duisburg in Staffelexemplaren findet, hat er sich einmal angesehen? Ein großes Manko des Buches ist, dass die verarbeitete Literatur sich nicht in einer Bibliografie am Ende findet. Den Titeln ist mit den Fingern über die Anmerkungen nachzuspüren. Das hat Herr Barbian schon einmal gemacht? Eine sachlich Begründung für den Erwerb eines Titels, der sich wesentlich auf amerikanische Autoren der Eugenikdebatte vor Auschwitz stützt, gibt es? Stolpersteine sind für draußen? Für drinnen ist es kein Stolperstein, wenn jemand Autoren zitiert, die als Leugner der Schoah genannt werden?

Zu den Autorinnen des Manifests gehört auch Hatice Akyün, die hier in netbib einmal im Zusammnehang mit Laschets Aufsteigerrepublik genannt wurde. Sie bekennt sich wieder als Leserin, die durch die Stadtbibliothek Duisburg in die deutsche Literatur eingeführt wurde. Sie möchte sich dafür bedanken. Kann ihr jemand schonend beibringen, das sie das bitte nicht tun möge? Sie wird dort den Sarrazin finden. In Hamburg findet sich der im Eingangsbereich. In der Spiegel Bestsellerliste. Ich weiß nicht, wie in Duisburg die ZB Bestseller präsentiert werden. Ich sehe aber, wie die Stadtbibliothek Duisburg den Sarrazin im Katalog präsentiert. Auch dort findet sich das Schlagwort ‘Überfremdung’, das wir der DNB verdanken.

Der Agent der Überfremdung, der uns bedroht, das ist sie. Hatice Akyün.

Full post as published by Netbib on March 01, 2011 (boomark / email).

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