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IRIS2008: Christoph Leske "Aktuelle Probleme im IT-Sicherheitsrecht aus Sicht der Praxis"

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Christoph Leske
Christoph Leske berichtete in amüsanter Weise über einige bekannte Fälle mit juristischem Bezug aus den letzten Jahren.
So erinnerte er an die Entwicklung der Kryptografiesoftware PGP, die in den USA entwickelt, aber aufgrund der dortigen Exportrichtlinien nicht ausgeführt werden durfte. Es fand sich jedoch eine Umgehung dieses Verbots: Da sich das Exportverbot lediglich auf Software, nicht jedoch auf gedruckten Programmcode erstreckte, wurde der Quellcode von PGP als Buch herausgebracht und nach exportiert. In Norwegen wurden es dann von Freiwilligen eingescannt und der Code neu kompiliert, woraus dann die internationale PGP-Version PGPi entstand.

Eine weitere juristische Kuriosität seien die Spielekonsolen, die inzwischen wesentlich leistungsfähigere Prozessoren beinhalteten als PCs, aber für wesentlich geringere Preise gehandelt würden. Da auf Konsolen wie Playstation oder XBox auch "normale" Betriebssysteme betrieben werden könnten, sei es möglich, diese zu Clustern zusammenzuschalten. Solche Cluster könnten durchaus die Rechenleistung von Großrechnern auf dem Stand von Mitte der 90er Jahre erreichen. Interessanterweise würden Spielekonsolen vielfach als Spielzeug angesehen und fielen daher nicht unter die Exportbeschränkungen für "Schurkenstaaten".

Anschließend stellte Leske noch das Elcomsoft-Verfahren dar. Einer der Entwickler dieser Firma hatte in Russland ein Tool zum Entfernen des Schutzes von eBooks entwickelt. Nachdem er die Sicherheitslücke, auf der die Funktion des Tools beruhte, auf der DEF CON vorgestellt hatte, wurde er vom FBI verhaftet und in der Folge und nach seiner Entlassung auf Kaution noch mehrere Monate daran gehindert, das Land zu verlassen - und das obwohl die Tat, die dem Entwickler vorgeworfen wurde, nicht in den USA begangen wurde.

Zum Abschluss übte Leske noch Kritik am jüngst in Deutschland eingeführten "Hackerparagrafen" (§ 202c StGB). Diese habe z.B. inzwischen dazu geführt, dass in Deutschland die Entwicklung der Software KisMAC eingestellt worden sei. Allerdings werde die Entwicklung von einem anderen Team in der Schweiz fortgeführt.

Full post as published by LAWgical on February 24, 2008 (boomark / email).

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