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International Law

: Netbib

Onleihe, awful, once more: Best of ?Handel?, worst of Naxos

By kg

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Bezeichnenderweise hat Herr Behrens in seinen Kommentaren zu Onleihe, einfach nur ätzend (22) allen Kritikern vergleichsweise detailliert geantwortet, nur nicht der fundierten und schlüssigen Widerlegung seiner Argumente durch Bernd-Christoph Kämper, der sich als sehr kundiger Musikliebhaber geoutet hat. Netbib-Teammitglied BCK habe ich daher gebeten, zu einer von mir ausgeliehenen Onleihe-Datei (The Best of Handel) Stellung zu nehmen. Was mir schon an einer anderen Klassik-Datei der Onleihe aufgefallen war, bestätigte sich beim Anhören der Händel-Datei: Es sind eklatante Störgeräusche zu vernehmen, und zwar nach den Feststellungen von BCK betreffen sie alle Tracks bis auf Nr. 1 (mit der “Hörprobe”), 2, 4 und 5. Sie setzen jeweils in Sekunde 5 ein und halten im Schnitt eine halbe Minute an, wobei es am Anfang tüchtig “bratzelt”. Anders als bei der Onleihe kann man beim Free Preview der Naxos Music Library jeden Track anhören (insgesamt 15 Minuten) - hier treten die Störgeräusche nicht auf! Nun zum Inhalt: Bei einer “Best of Handel”-Sammlung wird der Musikbibliothekar hohe Maßstäbe anlegen dürfen. BCK urteilt aber: “Was die Capella Istropolitana da abliefert, hat leider nichts mit barocker Aufführungspraxis zu tun. So ähnlich hätte man das bei uns in den 60er, 70er Jahren auch hören können. Solide und routiniert, aber uninspiriert, ohne jede Vitalität. Der Rhythmus wird stur durchgehalten, der Takt “gestampft”, ohne jede Agogik, Retardierungen oder Beschleunigungen, die Musik “atmet” überhaupt nicht. Die langsamen Sätze verströmen gepflegte Langeweile, insbesondere durch die glatte Phrasierung der Violinen. Bei Alexander’s Feast ist die Phrasierung absolut “hölzern”, ebenso bei der Wassermusik. Die Bläser klingen mir zu metallisch (sind halt moderne Instrumente). Das Klangbild der Aufnahmen ist völlig “flach” (man bekommt überhaupt keinen Raumeindruck), der Orchesterklang (moderne Instrumente) ohne die Farbigkeit, die den
barocken Klang auszeichnet. Im Messias - gewohnt bombastisch und das gängige Händel-Klischee bedienend - klingt der Chor z.T. scharf und schrill. “Arrival of the Queen of Sheba” wird als “Hit”, der offenbar in keiner “Best of” fehlen darf, ebenso routiniert wie lieblos runtergenudelt, 0815 eben. Z.B. das Concerto grosso op.3 no.3. Es reicht, zum Vergleich einmal in 3 Tracks mit der “Academy of Ancient Music”
hineinzuhören
, (dort Track 9-11) um den Unterschied zu einem guten Alte-Musik-Ensemble zu hören. Wenn man solche Aufnahmen dem Publikum anbietet, gewinnt man keine neuen Begeisterten für Barockmusik oder Händel, das assoziiert eher die
Klischee-Vorstellung von Musikern mit gepuderten Perücken. Eine der wenigen Aufnahmen, die mir gefällt, ist die mit dem Händel
Festival Orchester (Organ Concerto No. 13 in F major, “The Cuckoo & The Nightingale”: Allegro) - das ist sehr gut und spritzig gespielt. Es fehlt mir allerdings auch da an Farbigkeit des Klangs, z.B. vermisse ich eine Differenzierung der Orgelregister (für Kuckuck und Nachtigall). Vgl. z.B. die Aufnahme mit dem English Concert und Trevor Pinnock aus 1983.” BCK steht mit seiner Kritik nicht allein: Matthias Richter (”der Lullist”), Hochschule für bildende Künste in Kassel zu Corelli-Aufnahmen: “Capella Istropolitana” um mal ein besonders schlimmes Beispiel zu nennen. Für Barockmusik sind sie nicht wirklich geeignet, da trieft es nur so und jede Note wird mit breitem Vibrato zugekleistert *schüttel*”. Zu Bach, Musikalisches Opfer: “Die Capella Istropilitana ist ohnehin zum Abgewöhnen, aber das nur nebenbei. Die Aufnahmen hören sich alle an, als seien sie vor 40 Jahren entstanden,
absolut furchtbar im Vergleich zu den HIP Ensembles (HIP = Historically Informed Performance).” Dazu passt dann ja auch gut das Onleihe-Knistern und Knacken …

Full post as published by Netbib on February 11, 2008 (boomark / email).

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